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BREUNGESHAIN - (red). An zwei gut besuchten Theaterabenden konnte die Laienspielgruppe Breungeshain ihr Publikum wieder einmal absolut begeistern. Die Aufführungen sollten bereits im vergangenen Jahr im Rahmen des 950-jährigen Jubiläums stattfinden, mussten aber wegen einer Erkrankung verschoben werden. Zum ersten Mal zeigte die Gruppe einen Einakter und anschließend einen Dreiakter.



Im Einakter „Der Filmriss“ von Bernd Reuter wird der Landratskandidat Konrad Pichler (Alexander Linker) von seinem Sohn Hansi (Patrick Adolph) überlistet. Konrad verbietet nämlich seinem Sohn, die langjährige Freundin Gabi (Evelyn Ebert) zu heiraten. Obwohl er diese gar nicht kennt, reicht ihm die Tatsache, dass sie aus der Stadt kommt und somit nicht auf den Hof passt. Hansi nutzt eine Wahlveranstaltung und die anschließende Bierlaune seines Vaters, um ihn betrunken zu machen, sodass dieser sich am nächsten Tag an nichts erinnern kann. Da taucht nämlich Gabi, nur mit einem Bademantel bekleidet, im Wohnzimmer von Pichlers auf und behauptet, von Konrad auf den Hof eingeladen worden zu sein. Dieser ist entsetzt, vor allem weil der Pfarrer (Frank Eckhardt) kommen will, und er sich an nichts mehr erinnern kann. Und auch Konrads Gegenkandidat Fridolin Neubauer (Tobias Haas) taucht plötzlich auf. Gerade in diesem Moment erscheint wieder Gabi im Bademantel, die ihren „Schnuckiputzi“ beruhigen will. Neubauer, der die Chance wittert, seinen Gegner durch diesen Skandal („Landratskandidat unterhält Callgirl“) auszuschalten, hat jedoch nicht mit der List von Hansi und Konrads Parteifreund Wastl Stabler (Andreas Ebert) gerechnet. Gemeinsam haben die nämlich eine Lösung aller Probleme ausgeheckt: Damit Konrad unbeschadet aus der unangenehmen Situation heraus kommt, soll er einfach behaupten, dass Gabi nicht seine Geliebte, sondern die Freundin von Hansi ist, die er heiraten will.Der sichtlich erleichterte Pfarrer nimmt sogleich die Personalien der Heiratswilligen auf, und nun muss Konrad erkennen, dass er von seinem Sohn und besten Freund überlistet worden ist.

Im anschließenden Dreiakter „Reine Nervensache“ von Wolfgang Binder wurden die Nerven der darstellenden Charaktere ebenso wie die Lachmuskeln der Zuschauer stark strapaziert. Der Sturz über den Staubsauger befördert Marion Hansen (Stefanie Burzak) gleich zu Beginn des Stückes ins Land der Träume. Und was Marion dort erlebt ist an Missverständnissen und Verwechslungen nicht zu übertreffen.

Marion und ihr Mann Matthias (Marco Rühl), ein eher erfolgloser Schriftsteller, haben gerade einen finanziellen Engpass, der ihnen den Besuch des Obergerichtsvollziehers Meyer (Tobias Haas) beschert. Dieser Schock ist noch nicht verdaut, da kommt der Briefträger (Andreas Ebert) und überbringt die nächste Hiobsbotschaft: Die auf Europareise befindliche penible Tante Hedwig (Evelyn Luckert) kündigt ihren Besuch an. Gleichzeitig erhält nun Matthias von seinem Bekannten Harry Jungnickel (Michael Rötzel) das Angebot, nach Frankfurt zur Buchmesse zu fahren, um sich dort mit einem Verleger zu treffen, der seinen Roman veröffentlichen will. Matthias und Harry reisen also nach Frankfurt.

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Unterdessen nimmt das Schicksal zu Hause seinen Lauf. Zunächst kommt Michael Lüders, genannt Lümi (Matthias Linker), vorbei. Lümi ist ein Freund von Matthias und Marion. Gleichzeitig taucht der Gerichtsvollzieher wieder auf, ebenso wie Tante Hedwig, die nun auch vor der Tür steht. Nun heißt es improvisieren: Der Gerichtsvollzieher wird der Tante kurzerhand als Oberpostrat vorgestellt, und Lümi ersetzt den abwesenden Ehemann, sehr zum Missfallen der Tante. Das Täuschungsmanöver scheint zu gelingen, würden nicht Marions Schwiegereltern Marga und Adalbert Hansen (Lorena Rötzel und Frank Eckhardt) unerwartet zu Besuch kommen. Die beiden treffen sofort auf Tante Hedwig, die in die Rolle der Putzfrau geschlüpft ist, um die Wohnung ein wenig sauber zu machen. Im Glauben, die Putzfrau von Marion und Matthias vor sich zu haben, denkt Marga Hansen bei der Ankunft der echten Reinigungskraft Frau Uschke (Uschi Strauch), diese sei aufgrund des Dialekts die erwartete Tante. Schließlich wird noch der Hausmeister (Patrick Adolph) von Lümi und Tante Hedwig mit dem Gerichtsvollzieher verwechselt und von den beiden kurzerhand aus der Wohnung geworfen.

Als dann auch noch Marga Hansen handgreiflich wird, erreicht das Stück seinen Höhepunkt. Das ganze Chaos führt schließlich dazu, dass Marion in Ohnmacht fällt und ihre Schwiegermutter einen Arzt verständigt. Die Katastrophe wird perfekt, als überraschend Matthias und Harry früher als gedacht wieder zurückkommen und Harry mit dem zuvor bestellten Arzt verwechselt wird. Schließlich löst sich das Durcheinander dann doch noch auf, und die nach ihrem Sturz wieder erwachte Marion findet sich mit einer Platzwunde am Kopf auf dem Sofa wieder und wird vom herbei gerufenen Arzt (ebenfalls Andreas Ebert) behandelt. Dem ratlosen Ehemann und verdutzten Arzt erklärt Marion zum Schluss, sie habe etwas ganz Idiotisches geträumt. Und so erkennt auch der Zuschauer am Ende, dass eben doch alles nur ein (Alb-)Traum war.

Wie die Organisatoren des 950-jährigen Jubiläums von Breungeshain mitteilen, gibt es von den Veranstaltungen zwei DVDs käuflich zu erwerben. Eine Doppel-DVD mit Festgottesdienst, Einweihung Gedenkstein, Festspiele, Festsonntag, und Theater-Einakter kostet 30 Euro. Eine DVD mit dem Dreiakter 15 Euro. Die DVDs können im Pfarrbüro bei Pfarrer Frank Eckhardt bestellt werden (06044/2554). Karteninhaber, die die wegen eines Todesfalls ausgefallene Theateraufführung am Sonntag besuchen wollten, können sich das Stück auf diesem Wege ansehen.

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