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JUBILÄUM Breungeshain besteht 950 Jahre und feiert dies mit einem kurzweiligen Kommersabend

BREUNGESHAIN - (em). „950 Johr Breuezhaa!“ – mit der Originalglocke von einst läutete Ortsdiener Schorsch (Pfarrer Frank Eckhardt) den Jubiläumskommers ein. 350 Ortsbürger und Gäste waren in das Zelt auf dem Festplatz gekommen. Eckhardt führte gemeinsam mit Ursula Strauch als „Schorsch und Katrinche“ im besten Breungeshainer Platt und mit viel Humor durchs Programm. Der Festausschuss hatte dafür eigens eine bewegliche Wohnzimmerkulisse gebaut. An die urkundliche Erwähnung der Kirchenweihe 1067 in der weiter hangaufwärts gelegenen ersten Ansiedlung erinnerte Schottens katholischer Pfarrer Christoph Hinke. KA 2017 06 27 2

Auch junge Breungeshainer interessieren sich für die Vergangenheit: Die Gründungslegende vom alten Kas und seinen vier Söhnen samt den ersten Taufen trug der neunjährige Joschi Vierheller vor. Bei der 900-Jahr-Feier hatte sein Großvater Klaus Ladner den Text gelesen. Besonders begrüßt wurden aber auch zwei über 90-jährige Bürger: Erna Burg und ihre Schwester Hedwig Grüning hatten schon gelebt, als Breungeshain 875 Jahre alt wurde.

Von Blüte- und Notzeiten war die Rede. Die örtliche Burg, im 14. Jahrhundert erbaut, aber mit den letzten Resten bei der Flurbereinigung 1967 verschwunden, wurde ebenso angesprochen wie die zeitweilige Zugehörigkeit zum Antoniterkloster Grünberg (daher das charakteristische Kreuz im Wappen), die Unterkirche im Bereich des heutigen Friedhofs und die Nachbarschaft mit Busenborn, seit 1983 mit Michelbach in einem Kirchspiel zusammengefasst. Die schöne Fachwerkkirche, noch heute ein Anziehungspunkt mitten im Ort, erbaute Georg Haubruch zwischen 1708 und 1717. Ortsvorsteher Ewald Linker dankte allen Helfern und Sponsoren, vor allem dem Festausschuss, der sich schon vor zwei Jahren gründete.KA 2017 06 27 3

Als kerniger Trupp in Latzhosen und Gummistiefeln kamen die Eicheltal-Tenöre und hatten in Anlehnung an einen anderen Mundart-Song das Lied von der „Buchespaale-Spaltmaschin“ erdacht. Von Schorsch als „ganz huch Dier“ angekündigt, machte Schirmherr Landrat Manfred Görig auf Katrinche so viel Eindruck, dass sie zum Hochdeutschen auflief: „Herr Landrat, Sie dürfen in meine gute Stube!“ Nach einem Schluck Jubiläumssekt lobte Görig die gute Dorfgemeinschaft und das umfangreiche Jubiläumsprogramm. „Bleiben Sie, wie Sie sind: hart, aber kernig“, gab er dabei nicht nur den beiden Akteuren auf der Bühne mit auf den Weg.

„Germanys next Top Dancers“ nahmen dann die Bühne in Beschlag. Einen effektvollen Showtanz in orangen und grünen Flatter-Capes hatten die zehn- bis 13-jährigen Mädchen mit Karina Linker und Ann Katrin Adolph einstudiert. Die Grüße von Bürgermeisterin Susanne Schaab, derzeit in der Partnerstadt Rymarov, überbrachte der Erste Stadtrat Hans-Jürgen Jochim und bewies in seinem Grußwort eindeutig, dass das Einartshäuser Platt dem Breungeshainer nicht nachsteht. „Net die Merkel, awwer fast“, wurde als nächste Sprecherin angekündigt: Nicole Gebhardt, die Ortsvorsteherin von Busenborn. Als Stellvertreterin aller Ortsbeiräte der Großgemeinde übermittelte sie in selbst getexteten Versen gute Wünsche.
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Eine Zeitreise im Showtanz, eingeübt mit Trainerin Elisabeth Wörner, brachten die jungen Frauen der Gruppe „Incomplete“. Nach einem Auftritt der Line-Dance-Gruppe „Mountain Fire“ trauten die Zuschauer ihren Augen nicht. Diesmal kamen die Eicheltal-Tenöre aufgestylt in bunten Anzügen und sangen zu Udo Jürgens-Klängen „Es war schon dunkel, als ich durch Breungeshainer Straßen ging“ und stellten fest, dass „die Weibsleut fehle“. Schon sammelte sich ein gemischter Projektchor, um gemeinsam die Ortshymne – „Du bist für mich wie Sonnenschein/ Mein Breungeshain“ – anzustimmen, was aich als eindrucksvoller Abschluss erwies. „Bleibt no a bissi, ihr Leut“ – der Aufforderung folgten die Besucher gerne, denn die „Nachtschwärmer“ spielten zum Tanz auf.


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