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JUBILÄUMSJAHR Festgottesdienst zum Auftakt mit vielen Gästen / Gedenktafel enthüllt

BREUNGESHAIN - (sw). „Lasst uns heute feiern!“ Pfarrer Frank Eckhardt gab zu Beginn des Festgottesdienstes das einfache, aber prägnante Motto im voll besetzten Breungeshainer Gotteshaus aus. Die Kirche ist 950 Jahre alt. Der Gottesdienst war auf den Tag genau terminiert, denn vom 25. März 1067 ist die heute nur noch in Abschriften existierende Originalurkunde datiert, nach der Erzbischof Siegfried von Mainz die Kirche zur Mutterkirche erhob.

Das Fachwerkgotteshaus in Breungeshains Ortsmitte – die Gründungskirche befand sich im Gebiet des heutigen Friedhofs weit oberhalb des Dorfes (der KA berichtete) – war mit vielen Blumen schön geschmückt. Kirchendiener Markus Appel hatte hier seine Handschrift hinterlassen.

Als besonderen Gast konnte Pfarrer Eckhardt den stellvertretenden Dekan des Dekanats Büdinger Land, Wolfgang Keller, begrüßen, wie auch einige Mitglieder des Magistrates und der Kommunalpolitik mit dem Ersten Stadtrat Hans-Jürgen Jochim an der Spitze. Der Gospelchor Father‘s Children gestaltete den wohlklingenden Rahmen wie auch der Posaunenchor Schotten unter Leitung von Dr. Johannes Brumhard, der zudem die Gottesdienstbesucher bei den Kirchliedern begleitete. Gospelchorleiter Kiwon Lee hörte es wohl gerne, dass die Geburtsstunde seines Chores vor vielen Jahren in der Breungeshainer Kirche war, wie Eckhardt den Kirchenmusikern und den Besuchern mitteilte.

Der Chor gestaltete den Auftakt des Gottesdienstes mit dem Stück „Open the Eyes of my heart“, dem er später das begeisternde „This little Light of mine“ folgen ließ. Kirchenvorstandsmitglied Heike Haas las aus dem Lukas-Evangelium. „950 Jahre, das ist ein ganz besonderes Jubiläum. Viele Generationen von Menschen haben hier in Breungeshain ihre Heimat gehabt und ihr Leben verbracht“, meinte der stellvertretende Dekan. Zuerst sei aber die Kirche gebaut worden. „Die Menschen konnten hier ihren Glauben finden“, so Keller.

In der Festpredigt bewies Pfarrer Eckhardt durchaus humoristisches Potenzial. „Ich wollte die Predigt eigentlich im besten Breungeshainer Platt halten. Aber, obwohl ich schon so viele Jahre hier bin, beherrsche ich die Sprache des Dorfes noch nicht“, verkündete der Geistliche. „Ich red so, wie mir der Schnawwel gewachse iss“, ließ er wissen, was unter den Gottesdienstbesuchern sichtlich viel Anklang fand.

Eckhardt spannte einen historischen Bogen. Er erinnerte an „die gute alte Zeit“, fragte aber im gleichen Atemzug: „War früher wirklich alles besser?“ Wohl eher nicht, wie er meinte mit Blick auf die schwierigen Lebensumstände im Laufe der Jahrhunderte in dem Bergdorf, mit harter Arbeit, einfachen Wohnungen, manchmal nichts zum Essen, Läusen, schlimmen Krankheiten und Seuchen wie die Pest, die einst viele Menschen dahin gerafft hätte.

„Das Heute, das Jetzt gilt“, meinte der Pfarrer. Alt und Jung müssten beisammen stehen und einträchtig zusammen wohnen. „Liebe und Gemeinschaft, dieses Feuer gilt es für das Leben im Dorf zu bewahren“, sagte Eckhardt. Dies sei auch ganz im Sinn des christlichen Glaubens.

Er dankte zum Abschluss des Gottesdienstes den vielen fleißigen Händen, die zum Gelingen des Jubiläumsauftaktes beigetragen hatten. So Markus Appel für den Blumenschmuck, den „Jungen Aalen“ und Elisabeth Fölsing für die Spende eines schönen Kerzenständers und einer Kerze wie auch Hans-Werner Burg, der ein Modell der Kirche angefertigt und der Gemeinde geschenkt hatte.

Direkt nach dem Gottesdienst hatten die Organisatoren der 950-Jahr-Feierlichkeiten zu einer „After-Church-Party“ eingeladen. Im Garten der Kirche gab es nicht nur Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch, sondern auch ein Gläschen Sekt oder Orangensaft sowie eine kleine süße Überraschung. Der Tradition der 800-Jahr-Feier folgend wurde ein Gedenkstein zur Erinnerung an das Jubiläumsjahr 2017 feierlich enthüllt. Dabei konnte Frank Eckhardt auch den früheren Breungeshainer Pfarrer Horst Karl begrüßen. Das schöne Blumenbeet, das den Gedenkstein umgibt, hatte ebenfalls Markus Appel hergerichtet.

Der Party folgte Kaffee und Kuchen im Dorfgemeinschaftshaus, bei dem die Breungeshainer und ihre Gäste beim Plausch noch lange zusammen saßen. Für optische Unterhaltung sorgte Sonja Fölsing, die einen Bildervortrag mit vielen Aufnahmen aus dem Breungeshainer Dorfleben zusammen gestellt hatte.

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