header-pos

Stärken und Schwächen erkennen, Entwicklung optimieren: Schottens Feuerwehren sollen für die Zukunft gut aufgestellt werden. Ein Konzept soll die Richtung vorgeben.


SCHOTTEN - Die Idee wurde vor zweieinhalb Jahren während einer Wehrführer-Dienstversammlung geboren. Thema war die Zukunft von Schottens Feuerwehren. Wie sollen die Einsatzabteilungen und Feuerwehrvereine aufgestellt sein, um die Anforderungen in zukünftigen Jahren zu meistern?
Die Arbeitsgruppe "Zukunft der Feuerwehr" wurde eingerichtet, die sich in der Folgezeit in regelmäßigen Abständen traf und jetzt als Ergebnis ein Konzept vorgestellt hat. Darin eingeflossen ist eine Analyse des Ist-Zustandes mit vielen Informationen sowie Leitlinien für die künftige Entwicklung.

  • 819_20144_20144990_41719790
Ein Fragenkatalog wurde mit Jugendwarten, Wehrführern und der Politik erörtert, um ein breites Meinungsbild zu erhalten. "Wir verstehen unser Konzept als Handlungsvorschläge, es sind keine strikten Anweisungen", betont Hans-Georg Lippert (Rainrod), der zusammen mit Stadtbrandinspektor Jochen Wöllner, dessen Vorgänger Artur Ruppel, Boris Gebhard (Busenborn), Thomas Schäfer (Burkhards) und Oliver Jochim (Einartshausen) das Papier erarbeitet hat. "Es handelt sich um eine Empfehlung, um eine Handreichung, die keinen Druck aufbauen soll", ergänzt Bürgermeisterin Susanne Schaab. Das Papier zeige die vielfältige ehrenamtliche Arbeit der 15 Stadteilfeuerwehren. "Darin enthalten sind auch gute Vorschläge für die Politik."


Für Hans-Georg Lippert ist das Konzept ein Spiegel für die Führungskräfte, um Stärken und Schwächen zu erkennen und das eigene Tun für die Entwicklung der Feuerwehren zu optimieren. "Der Status quo ist gut. Den gilt es zu halten. Aber wir müssen schon jetzt auf die zukünftigen gesellschaftlichen Veränderungen und die Probleme, die die demografische Entwicklung mit sich bringt, mit angemessenen Antworten reagieren."
Dass das Papier durchaus auch über die Grenzen der Großgemeinde hinaus Bedeutung haben könnte, lässt Jochen Wöllner anklingen: "Unser Konzept ist bereits Gesprächsstoff in der Landesfeuerwehrschule in Kassel."

Das Konzept enthält zahlreiche Fakten. So haben die Einsatzabteilungen in den vergangenen 15 Jahren tendenziell Mitglieder verloren. 2003 waren es noch 605 Einsatzkräfte, am Ende des Jahres 2018 noch 522. Hinsichtlich der Altersstruktur gibt es im Zeitraum von 2006 bis 2018 weniger Feuerwehrleute unter 26 Jahren. Das Gleiche gilt für die Altersgruppe der 41- bis 59-Jährigen. Zugenommen hat dagegen die Zahl der älteren Feuerwehrmänner und -frauen über 51 Jahre.

Die Jugendfeuerwehren verzeichnen im gleichen Zeitraum etwa ein Fünftel Mitglieder weniger. 2018 waren es 195 Jungen und Mädchen. Der Tiefpunkt des Jahres 2015 mit 162 Nachwuchsbrandschützern scheint aber überwunden. Die Kinder-Abteilungen haben in den vergangenen Jahren einen regen Zulauf erlebt, nachdem 2007 eine gesetzliche Änderung Gründungen erst ermöglichte. Kinder- beziehungsweise Bambini-Feuerwehren mit 95 sechs- bis zehnjährigen Kindern gibt es in elf Schottener Stadtteilen. Für ältere Feuerwehrleute, die aus dem Dienst - in der Regel mit Erreichen des 60. Lebensjahres - ausscheiden, gibt es die Ehren- und Altersabteilungen.
Die statistischen Informationen des Konzeptes geben auch Aufschluss über den Ausbildungsstand mit den absolvierten Lehrgängen. Beim wichtigen Bereich Atemschutz gibt es mit Stand vom 31. Dezember vergangenen Jahres 222 einsetzbare Kräfte in der Großgemeinde.

Neben den Aufgaben der einzelnen Abteilungen gehen die Autoren auch auf die Bedeutung der Feuerwehrvereine ein. Sie sind demnach nicht nur ein Instrument zur finanziellen Förderung der Brandschützer, sondern erfüllen auch eine wichtige Funktion für das kulturelle und soziale Miteinander in der Dorfgemeinschaft.
In dem Papier wird auf den hohen Stellenwert der Feuerwehren eingegangen. Die Schottener Politik sei sich einig, dass die Feuerwehr die wichtigste ehrenamtliche Organisation in einer Kommune sei. Den Feuerwehrleuten gehe es in erster Linie um Anerkennung, Wertschätzung und Respekt für die geleistete Arbeit, so die Autoren. Die Handlungsempfehlung "Zukunft der Feuerwehr" steht auf der Internetseite der Stadt Schotten.

Quelle: Kreis-Anzeiger


Die nächsten Termine

29.06.19       00:00
10 Jahre Bambini-Gruppe Eschenrod
02.07.19       20:00
Vorstandssitzung
07.07.19       10:00
Gruppenübung